SYNJE NORLAND
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Vom Whiskey und anderen Männergeschichten…

Unsere Reise in den Süden sollte früh beginnen – wir hatten eine lange Fahrt vor uns…
Und so holte Michael mich und mein Epuipment in aller Frühe mit seinem Luxusmobil ab.
Jetzt nur noch schnell ‘n Kaffee auf die Hand und los ging’s…
Unter weiser Voraussicht hatte ich keine Jacke eingepackt, denn wir fuhren schließlich in den Süden!!!

Als wir überpünktlich am Veranstaltungsort ankamen, wurden wir von lauten Beats und harten elektronischen Effekten in Empfang genommen. Wir schauten uns beide fragend an… Waren wir hier richtig??? Die Veranstaltungsreihe nannte sich “Silent Friday”, und das was da gerade soundcheckte war wirklich alles andere als leise…
Der Veranstalter war sich aber sicher, dass wir durchaus hierher gehörten, und so vertrieben wir uns die Zeit mit herumlümmeln und flezten uns auf die riesigen Sitzkissen, die man bereits auf dem Boden verteilt hatte.
Unsere Mägen grummelten derweil vor sich hin. Wir hatten den ganzen Tag nichts gegessen und freuten uns, als der Soundcheck fertig war und wir endlich etwas essen gehen konnten.

Zurück im Kulturwerk hieß es dann warten!!! Wir sollten als zweite Band spielen, was aber nicht hieß, dass wir auch der zweite Programmpunkt waren. Neben der ersten Band gab es nämlich noch eine Tanzperformance, eine Lesung und Akrobatik – so dass wir erst um ca. 11:30 Uhr die Bühne betraten.
Irgendetwas schienen wir an diesem Abend richtig zu machen. Zumindest wollte uns das Publikum gar nicht mehr von der Bühne herunterlassen – wir waren selig und sehr, sehr müde!!!

Am nächsten Tag sollte unsere Fahrt nicht ganz so lang werden, deshalb konnten wir ausschlafen und uns von den Strapazen des Vortages erholen. Nürnberg hieß unser Reiseziel – und so fuhren wir entspannt und gleichzeitig gespannt los.

Ich fuhr, und neben mir stand mal wieder die obligatorische Dose Red Bull. Merkwürdig, ich würde mir zuhause oder auch sonst niemals und auf gar keinen Fall Red Bull kaufen, aber auf Tour verhält sich dieser Wachmacher wie Tomatensaft zu Flugzeug…er gehört irgendwie dazu. Wahrscheinlich weil man auf Tour immer latent müde ist…

Der Auftrittsort in Nürnberg, die St. Klara Kirche, befand sich direkt in der Innenstadt. So konnte ich mir noch schnell im Kaufhof ein Oberteil kaufen, welches mein Outfit für den Abend vervollständigen sollte. Dann noch schnell den Sound checken und erstmal etwas Essen gehen…Michael und ich können IMMER essen – eine Gemeinsamkeit, die durchaus seine Vorzüge hat;-)

Da ich mich gerne durch die lokale Küche koste, gingen wir zum “Andechser”, wo wir ein kühles Bayerisches Bier tranken und Fränkisches Schäufele aßen…
Ich wäre total gerne Vegetarier, wirklich…aber ich schaffe es einfach nicht:-(((

Als ich mich auf meinem Zimmer für den Abend fertig machen wollte, stellte ich fest, dass ich das Oberteil, welches ich mir ein paar Stunden vorher noch gekauft hatte, in der Sakristei der Kirche vergessen hatte. Es war schon kurz vor 20 Uhr – jetzt aber schnell!!!
Der Ausgang unseres “Hotels” führte direkt in den Innenhof der Kirche, doch leider gab es noch einen weiteren Ausgang, so dass ich plötzlich direkt auf der Straße stand.
Vor der Kirche standen schon viele Menschen, die Türen waren noch verschlossen, das Tor zum Innenhof ebenfalls, und eine leichte Panik machte sich breit. Die Leute schienen mich zu erkennen, und sich ein bißchen über mich zu amüsieren, wie ich da so aufgeregt durch die Gegend rannte…na super – welch ein Start. Ein Klopfen an die richtige Tür rettete mich und meinen roten Kopf dann glücklicherweise vor Schlimmerem ….PUUUUHHHHH!!!

Das Konzert sollte trotz der anfänglichen “Komplikationen” ein voller Erfolg werden.
Die Kirche war proppevoll, und die Leute hatten anscheinend das Gefühl, ihr Geld richtig investiert zu haben.
Mir selbst fiel an diesem Abend die Kommunikation mit dem Publikum etwas schwerer als sonst, vielleicht weil ich niemanden sah, und meine Stimme im großen Kirchenraum zu verschwinden schien. Trotzdem ist es immer wieder ein atemberaubendes Gefühl in einer Kirche zu singen.
Obwohl ich mich keiner Religion zugehörig fühle, fand ich schon als Kind diese Orte überwältigend.

Überwältigend war auch, dass ich das letzte Exemplar meines zweiten Albums verkaufte – yeah, yeah, yeah:-)))

Nach dem Konzert ging es dann in ein Bierhaus ganz in der Nähe, wo wir erfahren durften, dass der Pastoralreferent der Kirche, Jürgen Kaufmann, früher einmal Filme gedreht hatte:
So z.B. den 3-stündigen “Bond – der Mann von drüben”. Wir amüsierten uns köstlich:-)
Nachdem das Bierhaus, uns endlich herausgekehrt hatte, lud er uns dann noch ins Kirchenbüro zu einem gemeinsamen Whiskey-Umtrunk ein.
Ein 16-jähriger Scotch mit dem Namen Lagavulin, mit stark ausgeprägter Torfnote…aha….soso…
Es folgten Gespräche über Gott und die Welt, und ich war beeindruckt von der Offenheit und Lockerheit, mit der wir uns begegneten. Es gibt Menschen, die diese Welt braucht, und Jürgen Kaufmann ist definitiv einer von ihnen!!!

Unser Ausflug in den Süden war diesmal wirklich jeden Kilometer Anreise wert, und ich freue mich schon sehr auf unseren nächsten Besuch – ES LEBE DIE VÖLKERVERSTÄNDIGUNG;-)))

Von Elektroautos, Isländern und anderen Gefährten…

Noch nicht wieder ganz in der Realität angekommen, sitze ich an meinem kleinen, hölzernen Schreibtisch, trinke Tee und lasse wirken, was in den letzten Wochen so mit mir passiert ist….
- WAHNSINN, WAS FÜR EINE ZEIT!!!

Hier der zweite Teil meiner Abenteuer mit Helgi Jonsson und seinen starken Jungs…

Nachdem ich die Auftritte in Zürich und Heidelberg allein bestritten hatte, kam in Wiesbaden endlich Michael mit seinem Cello dazu. Die Wiedersehensfreude war groß, und auch das Musizieren klappte wie am Schnürchen. Die weit größere Herausforderung sollte unser Experiment mit dem besagten Elektroauto werden. Ich möchte an dieser Stelle nicht zu sehr ins Detail gehen…nur soviel:
Ein Elektroauto ist eine wirklich feine Sache. Man sollte allerdings bedenken, dass man damit nicht weiter als maximal 150 Kilomenter kommt, und sich die Reichweite mit jedem zusätzlichen Kilogramm Gepäck oder Körpergewicht drastisch verringert. Da sich meine Cds so unglaublich gut verkauften, und ich auf meine Bühnenoutfits keinesfalls verzichten wollte, musste Michael den Rest der Strecke also wohl oder übel zu Fuß gehen – Köln war schließlich nicht so weit!

Der Vorverkauf des “Stadtgarten” Köln verspach einiges und sollte an diesem Abend all seine Versprechen halten… Meines Erachtens war das Publikum etwas reservierter als an den Abenden zuvor, aber vielleicht war das auch Einbildung.
Ich für meinen Teil hatte eine wunderbare Zeit.

Am nächsten Tag ging es dann weiter nach Münster ins Gleis 22 – eine Art Jugendclub, in dem ich vor einigen Jahren schonmal mit “Sven van Thom” und seinen Männern gastiert hatte.
Damals wurde mit uralten Baguettes getrommelt, und die Gefühlsäußerungen des betrunkenen Publikums beschränkten sich auf “AUSZIEHEN, AUSZIEHEN”.
Diesmal sollte es weitaus zivilisierter zugehen. Nachdem wir mit dem wohl besten Essen der ganzen Tour beglückt worden waren, folgte ein sehr entspannter und heiterer Konzertabend, der allerdings nicht lange währen sollte, da Michael und ich noch am selben Abend zurück nach Hamburg fahren wollten – unsere eigenen Betten riefen laut und unerbittlich…

Die Sonntagsbeschäftigung bestand dann aus ausschlafen, Wäschen waschen und lethargisch durch die Gegend laufen…
von Ankommen konnte keine Rede sein – die Parallelwelt Tour hatte von mir Besitz ergriffen. Egal, am Montag sollte es schließlich schon weitergehen, mit einem Heimspiel im Molotov Hamburg – ein verranzter Kellerclub, den ich bis zu dem Zeitpunkt eher mit lautem Punkrock als mit atmosphärischer Popmusik in Verbindung gebracht hatte. Der Backstageraum sollte diese Vorstellung noch unterstreichen. Ein leichter Uringeruch durchwehte den Raum, und meine Hosen-Rückseite zierte schon nach kurzer Zeit ein undefinierbarer Film.
Trotzdem sollte dieser Abend der wohl schönste der Tour werden – zumindest für mich. Es waren viele Freunde da, ich war entspannt wie nie zuvor und als Krönung sang uns der große Elliott Smith, bevor wir die Bühne betraten, ein wundervolles Ständchen – Hamburg meine Perle!!!
…das sang der gute Elliott natürlich nicht;-)

Die Euphorische Laune sollte sich am nächsten Tage rächen…
Eigentlich hatte ich vorgehabt, mit dem Bandbus nach Berlin zu fahren, doch aus unerklärlichen Gründen schaffte ich es einfach nicht rechtzeitig aus dem Bett, so dass ich am Nachmittag den Zug nahm. Unglücklicherweise konnte Michael an diesem Abend nicht dabei sein, was sehr schade war, da dies der letzte Auftritt im Rahmen der Tour werden sollte. Leider ließ er sich auch unter Androhung von Folter und Prügel nicht überreden – verdammt!

Der vorherige Abend und die Tage zuvor hatten Spuren hinterlassen. Ich spielte ein souveränes Set, merkte allerdings, dass mir langsam die Puste ausging. Hätte ich mich am Vorabend nur etwas mehr zusammengerissen:-O
Die Jungs mussten am nächsten Morgen um 7 Uhr früh nach Kopenhagen aufbrechen, deshalb fuhren die meisten von ihnen ins Hotel, um sich etwas Schlaf zu gönnen. Da meine Arbeit zu dem Zeitpunkt bereits getan war, und ich nichts mehr zu verlieren hatte, ließ ich mich nicht lange bitten und zog mit dem harten Kern der Truppe noch eine Weile um die Häuser, um dann gegen 3 oder 4 Uhr ins Bett zu fallen. Berlin – ich mag dich!!!

Als ich am nächsten Tag mit dem Zug zurück nach Hamburg fuhr machte sich eine leichte Wehmut in Verbindung mit einer großen Dankbarkeit breit. Ich hatte in den letzten Tagen so viele neue Orte gesehen und so viele liebe Menschen getroffen. Ich hatte fast jeden Abend auf der Bühne gestanden und meine Lieder vor einem Publikum gespielt, welches mich mit einer wundervollen Aufmerksamkeit beschenkt hatte…
Ich war glücklich und irgendwie auch ein bißchen stolz.

Feierlich nahm ich meinen MP3-Player aus der Tasche und fuhr mit Helgi Jonsson-Hits im Ohr und einem leeren Gefühl im Magen der Heimat entgegen. Ich hatte vergessen etwas zu essen…egal… – DANKE LEBEN!!!

Von Elektroautos und Isländern…

So, ein kurzer Pistenstop zuhause – durchatmen, Wäsche waschen, ausnüchtern…und schon geht es weiter.

Seit einer Woche bin ich nun mit dem isländischen Künstler Helgi Jonsson und seiner Band auf Tour (mittlerweile spreche ich fließend isländisch und kenne die Setlist in- und auswendig).
Ich habe die große Ehre Helgi bei seinen Konzerten zu supporten, was soviel heißt wie: “Vorgruppe” spielen – mit dem Unterschied, dass ich nicht wirklich eine Gruppe bin.

Wie dem auch sei… am vergangenen Dienstag ging es los – mit dem Zug bis nach Zürich und dann direkt ins Exil (dem dortigen Veranstaltungsort). Helgi und seine Jungs begrüßten mich freundlichst (die erste Hürde war genommen) und beugten sich dann gleich wieder ausgehungert über ihre Laptops, I-Pads und Smartphones. Im Gegensatz zu anderen Veranstaltungsorten verfügte dieser über ein einwandfrei funktionierendes Internet – das wollte genutzt werden.

Nachdem wir alle unseren Sound gecheckt und eine Kleinigkeit gegessen hatten, ging es auch schon los. Mein erster Auftritt in der Schweiz – doch irgendetwas fehlte….richtig, Michael mit seinem Cello. Nach unseren vielen gemeinsamen Konzerten in der letzten Zeit, war es ungewohnt mal wieder alleine auf der Bühne zu stehen. Ich fühlte mich etwas unsicher…egal: Augen zu und durch….doch HURRA – die Feuerprobe war geschafft:-)
Nun hieß es genießen! Bis zu dem Zeitpunkt hatte ich Helgi nur bei ein paar Tina Dico Konzerten erlebt und seinen Cds gelauscht. Ich war sehr gespannt auf das Konzert. Helgi und seine Jungs spielten fabelhaft, das Publikum war entzückt und die Musiker beseelt. Da das Hotel in dem wir untergebracht waren an Komfort etwas zu wünschen übrig ließ, entschlossen wir uns, noch etwas um die Häuser zu ziehen und blieben im Exil, wo wir bei Wodka und Reggaetönen den Abend ausklingen ließen. Merci Schweiz!

Am nächsten Tag sollte es nach Heidelberg weitergehen. Im Bandbus war noch ein Plätzchen frei, und so entschloss ich mich, mit den 6 Männern mitzufahren. Zum Glück bin ich, durch meine Tour mit Sven van Thom und seinen Jungs einiges gewöhnt, so dass mich auch die übelsten Witze und Gerüche nicht aus der Ruhe bringen können;-)
Während die Jungs ihrem liebsten Hobby “daddeln” nachgingen (leider habe ich den Namen des Spiels vergessen…irgendwas mit Zombies), genoss ich die vorbeiziehende Landschaft und freute mich auf die nächsten Tage.
Meine Träumereien wurden jäh unterbrochen, als unser Tourmanager und Fahrer Thorsten eine Vollbremsung kombiniert mit anschließender Slalomfahrt hinlegte, und uns so vor Schlimmstem bewahrte. Wow, fast wäre es das gewesen… Thorsten for President!!!
Weil es so gemütlich im Bandbus war, und die Jungs unbedingt noch ein paar weitere Level ihres Spiels schaffen wollten, entschlossen wir uns, einfach noch ein bißchen länger in der Gegend herumzufahren. Eine Stunde für Aufbau und Soundcheck sollte reichen!
Als wir um 18 uhr in Heidelberg ankamen, waren sich die Jungs plötzlich nicht mehr ganz so sicher, ob sie sich, was das Zeitmanagement anging, nicht doch etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt hatten. Eine leichte Hektik brach aus…
Im Endeffekt ging dann aber doch alles sehr schnell, so dass sogar noch Zeit für meine ganz persönliche Lichtshow blieb. Der Lichttechniker zauberte mir einen Sternenhimmel auf die Bühne, dass mir vor Glück ganz warm wurde:-)
Trotz eines sehr gelungenen Konzertes, hielt sich die Partylaune an diesem Abend in Grenzen. Am nächsten Morgen stand eine Stadtführung inklusive Schlossbesichtigung auf dem Programm, und diese wollten wir auf keinen Fall verpassen.

Nach unserem Touristen-Trip ging es weiter nach Wiesbaden, dort sollte dann auch endlich Michael mit seinem Cello dazustoßen – HURRA:-)))
Außerdem sollte ich die Möglichkeit bekommen, das erste Mal in meinem Leben mit einem Elektroauto zu fahren. Die Firma e8 energy hatte mich vor meiner Abreise gefragt, ob ich nicht Lust hätte, ein E-Auto für die Dauer der Tournee zu bekommen, und da ich ein Freund von weltverbessernden Dingen bin, wollte ich mich auf dieses Experiment gerne einlassen. Fortsetzung folgt;-)

IndieWeek Canada und weitere Abenteuer…die 2te

So, bevor ich heute Abend bereits ins nächste Abenteuer starte, möchte ich euch natürlich noch von der Frage erlösen, ob unser erster Auftritt bei der Indie Week nun in einem Desaster oder Freudenrausch endete…

Nachdem mich meine Jungs davon überzeugt hatten, dass wir einen Spontan-Gig mit Bravour meistern würden, brach ein hektisches Treiben zwischen und in den einzelnen Zimmern aus. Glücklicherweise waren wir bereits alle gewaschen und sahen umwerfend aus, so dass wir nur noch das Equipment zusammensuchen mussten.

Wollte man den restlichen Abend zusammenfassen dann wohl so: sie kamen, spielten und siegten:-)))
Zugegeben war mir bis zu diesem Abend überhaupt nicht bewusst gewesen, dass dem Festival auch ein Wettbewerb zugrunde lag, dessen erste Etappe wir an diesem Abend für uns entscheiden sollten. Es war sehr beeindruckend zu sehen, wie zwei jungen Männern, die relativ dicht an der Bühne standen, die Kinnlade im Laufe des Abends immer weiter heruntersackte – ich meine sogar dünne Sabberfäden entdeckt zu haben. Das lag allerdings wohl weniger an mir, sondern vielmehr an Michael Becker, der mit seinem Cello Dinge tat, die man in Kanada bis zu diesem Zeitpunkt anscheinend noch nicht gesehen hatte…

Und auch Micha, den am Mittag noch eine mittelschwere Erkältung geplant hatte, war wie von Zauberhand gesundet – was Musik alles bewirken kann…HERRLICH:-D

Beseelt von euphorischen Komplimenten und einer homöopathischen Dosis Alkohol schliefen wir an diesem Abend ein…

Da in den nächsten Tagen einige Showcases auf unserem Kalender standen, entschlossen wir uns, von unserem “Hotel” in Mississauga in ein Hostel direkt nach Toronto umzusiedeln.
Die Erwartungen waren groß: freies Internet, direkt im Zentrum des Geschehens (Chinatown) und zudem spottbillig – was will man mehr?
Als wir dort ankamen, wurde uns dann sehr schnell klar, wie diese großartigen Preise zustande kamen. Mein Zimmer erinnerte stark an den Komfort einer Gefängniszelle – leider fehlte ihm zu diesem Prädikat ein Sternchen, da das Fenster fehlte. Dafür fuhr es mit Sicherheitsstandards der Extraklasse auf. Eine Tür in meinem Zimmer führte direkt nach draußen, in die Freiheit. Als ich nachmittags vom Bummeln zurückkam, entdeckte ich ein großes Schild an meiner Zimmertür, welches mir vorher gar nicht aufgefallen war: Emergency Exit. Aha, das erklärte also die unverschlossene Tür in meinem Zimmer. Allerdings stellte sich mir die Frage, wie alle anderen “Kinder”, wenn ich nicht da war, nach draußen kommen sollten? Denn ich hatte eigentlich nicht vor, meine Zimmertür während meiner Abwesendheit unverschlossen zu lassen…hm….

So heiter der Freitag-Abend begann (es gab Sushi in Hülle und Fülle), so frustrierend endete er dann. Ich möchte an dieser Stelle nur soviel sagen: der Laden hatte keine Bühne und der Barkeeper war zugleich der Soundmann. Keine guten Voraussetzungen für ein gelungenes Konzert!!!

Es konnte also nur besser werden, und das wurde es dann auch…
Beim Halbfinale im “Freetimes Café” stimmte einfach alles!!!
Es gab leckerstes Essen (was die Stimmungskurve gleich um einiges nach oben schnellen ließ), und man kümmerte sich herzlichst um uns.
Auch musikalisch sollte der Abend ein ganz besonderer Genuss werden, da neben uns noch viele andere wirklich sehens- und hörenswerte Künstler auftraten.
Nichtsdestotrotz…es konnte nur einen Gewinner geben, und das waren WIR – YIPEEHYEAH – Antje und Micha, die eigentlich am Samstag hätten fahren wollen, würden also doch noch bis Montag bleiben müssen:-)))

Am Sonntag dann das böse Erwachen. Ich hatte Halsschmerzen, meine Nase war dicht, und ich fühlte mich total schlapp und angeschlagen… Meiner Medikamenten-Abneigung zum Trotz ging ich also in die nächste Apotheke und besorgte mir das stärkste Zeug, was zur freien Verfügung auf dem Markt war.
Ich war eigentlich recht entspannt, denn ich wusste…die richtige medizinische Keule gepaart mit einer großen Ladung Euphorie funktioniert immer!;-)
Da wir gleich als erstes spielen sollten, kamen wir, zum ersten Mal während dieses Festivals, in den Genuss eines Soundchecks.
Unser Auftritt selbst kam dann (zumindest vom Zeitgefühl her) einem kleinen Sekundenschlaf nahe – wir hatten uns gerade auf der Bühne eingerichtet, da mussten wir auch schon wieder runter…. WAHNSINN, WIR HATTEN GERADE IM FINALE GESPIELT….
Entspannung machte sich breit – erstmal was essen gehen!!! Vor lauter Aufregung hatten wir das irgendwie völlig vergessen. Die Jungs lechzten nach Steaks – unser ursprünglicher Plan ein veganisches Restaurant aufzusuchen wurde also kurzerhand über Bord geworfen;-)

In Begeisterung über die vergangenen Tage und uns, saßen wir also im Restaurant und quatschten und quatschten, so dass wir leider einen großen Teil des Finales überhaupt nicht mehr mitbekamen. Egal, wir hatten mehr erreicht, als wir uns jemals erhofft hatten, so dass es am Ende auch egal war, ob wir nun gewonnen hatten oder nicht. Na gut, ganz egal war es uns natürlich nicht, als wir später erfuhren, dass eine andere Band den Preis gewonnen hatte, aber wir waren trotzdem stolz wie Oskar, dass wir es unter die letzten 8 Bands von 170 geschafft hatten…

Da Micha und Antje am nächsten Morgen sehr früh aufbrechen wollten, wurde die exzessive Party auf ein andermal verschoben, was mir aber auch sehr recht war, da die Wirkung der Medikamente langsam nachließ.

Um 5:45 Uhr des folgenden Tages war es dann soweit – die Zeit des Abschieds war gekommen:-(
Antje und Micha wollten sich am nächsten Tag die Wale in Portland anschauen, und mussten sich sputen… der Weg war weit….
Den Rest des Tages hingen Michael und ich (mit müden Augen und einem leeren Gefühl im Herzen) in den kanadischen Seilen, bis auch wir uns ein paar Stunden später auf die Reise zurück in die Heimat machten.

Hach….

IndieWeek Canada und weitere Abenteuer…Teil 1

Hallo Ihr Lieben!

Nachdem ich mich die letzten Tage wieder an die deutsche Sprache und Freundlichkeit gewöhnen durfte, ist es an der Zeit für einen kleinen Reisebericht…

Davor möchte ich allerdings zu den weiteren Abenteuern kommen, die in den nächsten Tagen anstehen!
Solltet ihr regelmäßig meine Website besuchen, werdet ihr es vielleicht schon mitbekommen haben – ab nächster Woche habe ich die große Ehre den isländischen Künstler Helgi Jonsson auf seiner Tour begleiten zu dürfen.
Manche von euch werden ihn evtl. von den Konzerten mit Tina Dico kennen!

Hier die Termine:

25.10. Zürich (Exil)
26.10. Heidelberg (Karlstorbahnhof)
27.10. Wiesbaden (Schlachthof)
28.10. Köln (Stadtgarten)
29.10. Münster (Gleis 22)
31.10. Hamburg (Molotov)
01.11. Berlin (Roter Salon)

Unabhängig davon spiele ich am 12. November ein Konzert im Husumer Speicher!

Ich würde mich, wie immer, sehr über euer Kommen freuen:-)

So, kommen wir nun aber zu meiner kleinen Zusammenfassung der ersten Kanada-Tage….

Nach einem recht unspektakulären aber nervenaufreibenden Hinflug (Michael konnte sein heißgeliebtes Cello im ganzen Stück am Gepäckband wieder abholen;-)), ging es erstmal auf Urlaubsreise und Familienbesuch ins wunderschöne Muskoka (auch Cottage-Country genannt). Muskoka liegt ca. 2 bis 3 Stunden nördlich von Toronto, und hat neben vielen wunderschönen Seen auch einen fabelhaften Indian Summer zu bieten – genau das richtige für zwei schaulustige Touristen wie uns. Doch es sollten nicht nur farbige Bäume und ein köstliches Thanksgiving Dinner auf unserem Reiseplan stehen, sondern auch eine frühmorgendliche Fahrt in einem waschechten Feuerlöschboot über Lake Muskoka…
Es herrschten sommerliche Temperaturen und wir waren bester Dinge – der Urlaub konnte beginnen!

Als wir nach 2 Tagen Wildnis wieder heil in Toronto “landeten” warteten dort schon 2 bekannte Gesichter auf uns. Antje und Micha waren auf Urlaubsreise in den USA unterwegs und hatten sich spontan entschlossen einen kleinen Abstecher zu uns nach Kanada zu machen – KLEINE WELT!!! So ging es dann also gleich weiter zur nächsten Touristenexpedition…die Niagara Fälle!
Ich fand im Internet ein supergünstiges Hotel direkt an den Fällen, so dass wir uns entschlossen eine Nacht dort zu bleiben. Bei der Anreise stellte sich dann leider heraus, dass die Preise in Euro und nicht in Dollar angegeben waren…dumdidum… Da würden wir in Toronto wohl sparen müssen;-O

In Niagara Falls taten wir dann, was wohl alle doofen Touristen so tun. Wir bestellten sündhaft teure Cocktails, spielten ein paar Glücks- und Geschicklichkeitsspiele (unsere Trophäe waren 4 biegsame Bleistifte) und begaben uns auf den Höllenritt der “Maid of the Mist” – ein Boot, welches einen direkt zu den großen Fällen fährt. Wir waren begeistert!!!
Völlig durchnässt ging es dann wieder zurück nach Toronto – wir waren schließlich nicht zum Spaß hier!!!
Micha wurde (wo er schonmal da war) gleich auf ein paar gemeinsame Gigs bei der IndieWeek festgenagelt. Doch nicht ohne ein paar Proben! Wir fuhren in den nächstgelegenen Musikladen und liehen einen Bass für ihn aus – im weiteren Verlauf nur “Micha’s Paddel” genannt, da das Ding wohl nicht so recht mit seinem Instrument in Deutschland mithalten konnte. Danach fuhren wir weiter zur “Rehearsal Factory”, einem Probekomplex, der die Stimmungskurve rapide nach unten schnellen lassen sollte. Kalt war es dort…wie überall in Kanada. Und damit meine ich nicht das Wetter. In Nordamerika wird die Klimaanlage grundsätzlich so weit aufgerissen, dass man sich, sobald man einen Raum betritt, erstmal etwas anziehen muss – VERRÜCKT!!! Nach einer recht unterkühlten Probe belohnten wir uns dann mit chinesischen Delikatessen von “Wok this way”!!! Wenn das nicht witzig ist, dann weiß ich auch nicht. Micha und ich kriegten uns auf jeden Fall vor Lachen nicht mehr ein:-D

Zuhause angekommen dann der Anruf vom Festival: Könnt ihr heute schon spielen? Puuuh, darauf waren wir nicht vorbereitet – wir hatten erst ein einziges Mal geprobt…konnte das gutgehen?
(Ein Lindenstraßen-Ende erster Güte, möchte ich meinen!!!)

Fortsetzung folgt…

Bis bald,

eure Synje.

Kleine Reise durch den Herbst…

Alles begann mit der Frage, ob Würzburg denn nun eigentlich in Bayern oder in Baden-Württemberg liegt (wobei ich an dieser Stelle nicht erwähnen möchte, wer für die 2. Variante war;-))
Die Antwort kam dann natürlich prompt vom Würzburger Publikum: Franken! Was wahrscheinlich einen ähnlichen Stellenwert hat, als würde man einen Nordfriesen einfach nur als Friesen bezeichnen – das “Nord” spielt eine wirklich entscheidende Rolle!

Aber nun der Reihe nach…

Während Michael die Technik aufbaute, wollte ich schonmal den Wagen parken. Dieser Plan stellte sich als grober Fehler heraus, da die Würzburger Hauswände zu diesem Zeitpunkt bereits entschieden zuviel getrunken hatten und etwas kuschelbedürftig waren. Zum Glück fing Michael’s Wagen die allzu aufdringlichen Annäherungsversuche gekonnt ab;-O

Es brauchte dementsprechend etwas länger, bis ich mich rein geistig auf der Bühne eingerichtet hatte. Es wurde dann aber doch noch ein zauberhafter Abend mit einem hinreissend-herzlichen Publikum!

Nach dem Auftritt ging es dann direkt weiter in Michael’s alte Heimat. Ein Freund von ihm besitzt in der Nähe von Stuttgart einen Landgasthof mit Hotel, und so kamen wir noch am gleichen Abend in den Genuss von leckerstem Wein aus dem Remstal. Obwohl uns (oder zumindest mir) am nächsten Morgen nicht wirklich nach Alkohol zumute war, fuhren wir direkt zum nächsten Weingut und kauften 6 weitere Flaschen (man kann ja nie wissen;-)) Die Sonne schien, und wir machten uns, mit bester Laune und ausreichend “Proviant”, auf nach Tübingen zum Vorstadttheater – einem ehemaligen Klohaus, wo es angenehm intim zugehen sollte;-)

Am nächsten Abend stand dann Karlsruhe auf dem Programm.
Es gibt wirklich Veranstaltungsorte da stimmt einfach alles! Wie schon in der Ufa-Fabrik in Berlin auf unserer Tour im Mai, waren wir auch in Karlsruhe vor Freude ganz aus dem Häuschen. Eva und Ingo, die uns dort empfingen, waren an Freundlichkeit kaum zu übertreffen, und auch das Publikum war wunderbar begeisterungsfähig:-)))

Nach einer sehr angenehmen Nacht im 4-Sterne-Hotel, stand dann Weimar auf unserer Reiseroute. Bevor wir zum Schießhaus fuhren (Lisa meine Website-Administratorin hatte es auf meiner Homepage versehentlich als “Scheißhaus” betitelt, was schon im Vorfeld für Lachanfälle unsererseits gesorgt hatte), gab es erstmal Kaffee und Kuchen. Die Zitronentarte war der Himmel auf Erden und so fuhren wir voller Euphorie zum Veranstaltungsort…und auch dort kriegten wir die Münder gar nicht mehr zu. Nachdem wir einen verwachsenen ca. 500 m langen Weg durchfahren hatten, erreichten wir einen wunderschönen Vorplatz mit Säulen, Brunnen und allem was Mädchenherzen höher schlagen lässt. Im Geiste sah ich mich schon auf einer Pferdekutsche sitzend in den Sonnenuntergang fahren….hach!

Auf dem Weg nach drinnen hielten wir die Münder vorsichtshalber geöffnet und wurden nicht enttäuscht. Ein bißchen erinnerte mich das Ganze an unsere Kirchen-Auftritte im Mai – sowohl Optik als auch Akustik waren atemberaubend und Stefan, der uns im Mai in Dresden gehört hatte und uns nach Weimar geholt hatte, war ein überaus freundlicher Gastgeber.

Die nächtliche Rückfahrt von Weimar Richtung Norden verlief dann relativ unspektakulär. Der Fensteröffner blieb diesmal unbetätigt und auch der Redefluss war nicht so recht in Fließlaune sondern plätscherte zufrieden vor sich hin. Schön war das mal wieder:-)

Einen riesen Dank an Michael, sein Auto, das Wetter, den Wein und EUCH!!!

Synje.

Süddeutschland, Kanada und andere ferne Länder…

Hallo Freunde!

Nach einer kurzen kreativen Sommerpause, ist es wieder an der Zeit neue Konzerttermine und andere fabelhafte Ideen auszuhecken…

Nächste Woche geht es mal wieder auf eine kleine musikalische Reise in den Süden. Sollet ihr also Würzburg, Tübingen, Karlsruhe oder Weimar euer Zuhause nennen, würde ich mich riesig über euren Besuch freuen:-)

Alle genauen Daten findet ihr wie immer >>HIER

Im Oktober geht es dann auf gaaaaanz grooooße Reise…
Vom 12. bis 16. Oktober werde ich, gemeinsam mit meinem wunderbare Cellisten Michael Becker, auf der IndieWeek Canada spielen, und wer weiß…vielleicht wird sogar noch einen weiterer Überraschungsgast dabei sein;-)

Ansonsten sieht die Planung für den anstehenden Herbst folgendermaßen aus:
Ein neues Video soll gedreht werden, ein Konzert in Husum steht im Kalender, und wenn alles gut geht, werden im November wohl schon die ersten Aufnahmen für mein nächstes Album entstehen – ihr dürft gespannt sein!!!

Ahoi, Synje.

Zuhause

Ihr Lieben!

Ein paar ganz wundervolle Wochen liegen hinter mir – Wochen des Reisens und der Musik…

Jahrelang wollte ich eine eigene Tour spielen…kündigte immer wieder eine an, verschob sie dann wieder und musste letztendlich mit der Planung wieder ganz von vorne anfangen.
Dieses Mal hat es irgendwie geklappt – wahrscheinlich weil immer alles so passiert, wie es passieren soll;-)

Nun sitze ich also nach einem Tag des Ankommens auf meinem Balkon und lasse Revue passieren:

Da war Dresden…eine bezaubernde Stadt mit den wohl freundlichsten Bauarbeitern des Landes.
Da war München…und die Entdeckung, dass sich in Bayern die Menschen Segelflieger statt Boote ans Auto schnallen.
Da war Leck…und ein mitsingender “Heavy-Metal-Fan”.
Da war Kiel…und die SMS einer Freundin, dass sie sich das Konzert dann mal von draußen anschauen würde.
Da war Dortmund…das uns mit den offensten Armen empfangen und mir einen Rekord bescheren sollte.
Da war Köln…wo wir uns in einer Touristenabzocke namens “Kunibert der Fiese” (was für ein Name!!!) die Sonne aufs Gesicht scheinen ließen.
Da war Göttingen…und die Premiere von Michael’s Plastebogen;-)
Da war Berlin…wo ich am Liebsten für immer geblieben wäre!
Da war die Fahrt von Berlin nach Hamburg…wo Michael beim Einschlafen auf dem Beifahrersitz bei 160 km/h aus Versehen den Fensteröffner betätigte, und ich mich daraufhin vor Lachen fast nicht mehr eingekriegt hätte.

Und da wart – IHR:-)))

Ich umarme das Leben und euch und sage “DANKE” für diese zauberhafte Zeit!!!

Und wer immer noch nicht genug hat, dem kann ich die folgenden Termine ans Herz legen:

Donnerstag, 2. Juni – St. Josephs Kirche, St. Pauli
Freitag, 3. Juni – Downtown Bluesclub, Hamburg

Alles Liebe und bis bald,

Synje.

Und weiter gehts…

Nach ein paar ganz wundervollen Konzerten in und nah der Heimat, geht es übermorgen schon wieder in südlichere Landen – mit an Bord mein wunderbarer Cellist Michael Becker und hoffentlich auch ihr:-)

Hier die einzelnen Termine:
Mi. 25.5 – Pauluskirche, Dortmund
Do. 26.5 – Christuskirche, Köln
Fr. 27.5 – Apex, Göttingen
Sa. 28.5 – Ufa Fabrik, Berlin

In heller Vorfreude, Synje.

Sachsen & Bayernpremiere!

Es ist soweit…morgen geht es für mich Nordlicht ganz weit in den Süden:-)

Hier die Termine:

Sa. 7. Mai – BuchBar, Dresden

So. 8. Mai – Rationaltheater, München

Und für die Hamburger hab ich auch noch was ganz feines!

Mo. 9. Mai – Fliegende Bauten, Hamburg (zusammen mit Duncan Townsend und Hugo Egon Balder – was für eine Kombi;-))

Vorfreudige Grüße aus dem sonnigen Hamburg,

Synje.