Meine letzte Überraschung liegt erst wenige Wochen zurück – als mich die KI vor sich selbst warnte… Wow – damit hatte ich nicht gerechnet. Nachdem ich mich gedanklich hundertfach um mich selbst gedreht, für mich abgewogen und gefühlt hatte, war mir die KI dank ihrer unmenschlichen Fähigkeit zur Objektivität augenscheinlich ein paar Schritte voraus.
Eine Überraschung mit Happy End? Leider nein.
Nachdem mein Herz und die KI sich beraten hatten, konnte ich den Vertrag – es ging um eine Kinderhörspielproduktion mit Gesang – so leider nicht unterschreiben.
Data-Mining. Ja, ich hatte davon gehört. Hatte bei meinen Social-Media-Accounts den betreffenden Passagen widersprochen und die Akte als nebensächliches Dokument in einem nachlässig geführten Ordner abgelegt.
Hach, wie gerne ich diesen Job gemacht hätte!!! Nicht nur des Geldes wegen, sondern auch der Aussicht wegen, für mich neues musikalisches Neuland zu beschreiten.
Doch was wiegt schwerer? Die Notwendigkeit, Geld zu verdienen, gepaart mit eigener Neugier – oder die Angst vor Kontrollverlust und dem Verlust der stimmlichen Identität?
Werden wir in Zukunft überhaupt noch Studioverträge ohne KI-Klausel sehen? Oder wird die Freigabe zur Auswertung und Weiterverarbeitung der eigenen Stimmdaten in Zukunft so selbstverständlich werden, dass sich eine Studiosängerin mit ihrer Unterschrift auf längere Sicht quasi überflüssig macht?
Ich glaube fest daran, dass Musik mehr ist als die Summe ihrer Teile. Dass die menschliche Stimme in ihrer Feinstofflichkeit eine Saite in uns Menschen zum Schwingen bringen kann, wie es keine KI-generierte Kopie vermag. Doch werden wir für diese Art von Frequenz in Zukunft überhaupt noch empfänglich sein? Haben wir uns nicht in vielen Bereichen schon so weit von uns selbst entfernt, dass wir der KI mehr trauen als unserer eigenen Intuition?
Vielleicht werfe ich beim nächsten Mal einfach eine Münze – und gehe mit dem Ergebnis in Resonanz, anstatt eine Maschine um ihre objektive Meinung zu bitten. Weniger überraschend vielleicht. Aber mit Sicherheit ein gutes Training in Sachen Intuition. Und klimafreundlicher wäre es allemal 😉